NaturFreunde

Atomausstieg ins Grundgesetz

Die Rede der Landesvorsitzenden der NaturFreunde Thüringen, Anja Zachow, anlässlich der Kundgebung Atomkraft - Schluss am 28. Mai 2011 in Erfurt im Wortlaut:

- es gilt das gesprochene Wort -

 


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Liebe Freundinnen und Freunde der Zukunft,

 

ich wünsche mir, dass vom heutigen Tag ein starkes Signal ausgeht.

Ein Signal, das der Politik und der Atomlobby zeigt, dass eine übergroße Mehrheit der Menschen in diesem Land sich nicht mehr belügen lassen will.

Dass sie nun tatsächlich und sofort eine Technologie abgeschaltet wissen möchte, von der nur Größenwahnsinnige behaupten, man könnte sie beherrschen!

In den nächsten Wochen wird die Bundesregierung Farbe bekennen müssen. Das Moratorium läuft aus, die Zeitgewinnungs-Kommissionen haben ihre Bericht vorgelegt. Die Demut der ersten Schock-Reaktion ist verschwunden. Zahlenspiele machen die Runde.

Plötzlich wird eine Rückkehr zum sogenannten Atom-Konsens diskutiert. Doch das bedeutet nichts anderes als weitermachen wie gehabt.  Und zwar bis zum Jahr 2022!

Dabei sollte doch nach Fukushima alles anders sein.

Die Dramatik der Ereignisse beginnt schon wieder zu verblassen. Dabei  ist es gerade erst 10 Wochen her, dass  - wie wir jetzt wissen - 3 Reaktorkerne geschmolzen sind und Japan denkbar knapp vor einer noch viel verheerenderen Explosion stand.

Seit 10 Wochen versuchen hunderte Arbeiter ein strahlendes Atomwrack unter Kontrolle zu bringen. Fast hundertausend Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen und werden wohl nie wieder dahin zurück kehren können.  Zeitpläne werden ausgegeben, an die wohl nicht mal der Betreiber glaubt.

Und sicher ist dabei nur noch die Unsicherheit.

Und immer wieder stellen wir uns die Frage:  Was wäre wenn?

Wenn in Deutschland plötzlich das Restrisiko eintritt? In 30 km-Radien um Kraftwerke evakuiert werden muss?

Was sagen wir unseren Kindern, wenn sie uns fragen: „Warum habt ihr soetwas zugelassen? Warum habt ihr nicht rechtzeitig Schluss gemacht mit dieser Gefahr?“

Wir NaturFreunde fordern eine wirkliche und ernst gemeinte Umkehr in der Energiepolitik: Wir fordern das Verbot der Atomkraft im Grundgesetz!

Damit machen wir ein für alle mal Schluss mit der Durchsetzung von kurzfristigem Gewinninteressen Einzelner auf Kosten der Gesellschaft!

Und natürlich kann es uns nicht nur um unseren eigenen Vorgarten gehen. Natürlich müssen wir auch europa- und weltweit für einen Ausstieg kämpfen!

Wir NaturFreunde fordern als ersten Schritt die Kündigung des Euratom-Vertrags, der die eurpopaweite Förderung der Kernkraft protegiert!

Und wir fordern, dass endlich Schluss ist mit Hermesbürgschaften für den Bau von Kernkraftwerken in Brasilien und anderswo.

Und einen Punkt findet man in der aktuellen Diskussion um Energiesicherheit und Laufzeiten gar nicht wieder: Dabei sollten wir nie vergessen:

Die Nutzung der Atomkraft hat ihren Ursprung in der Entwicklung einer Waffe, die eine bis dahin nie dagewesene Zerstörungskraft mit sich bringt. In den Jahrzehnten des Kalten Krieges hat die Menschheit ein Arsenal an Selbstvernichtswaffen erschaffen, welches uns bis heute bedroht.

Diese Waffen waren nie eine Lösung und werden es nie sein. Und die Folgen sind auch hier dramatisch. 

Wir wollen unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen und keine Atomwüste.

Deshalb sagen wir NaturFreunde auch hier ganz deutlich: Atomwaffen endlich abschaffen!

Die Aufgaben die vor uns liegen sind gewaltig. Wir NaturFreunde glauben, dass es dabei vor allem auf die Menschen ankommt.

Wir alle können unsere ganz persönliche Energiewende einleiten und – wie eben gehört – den Atomstromern die Rote Karte zeigen.

Wir alle können gemeinsam unser Leben nachhaltig gestalten.

Wir alle können mit dafür sorgen, dass regionale und dezentrale Energiestrukturen aufgebaut werden.

Dann brauchen wir auch keine Stromautobahnen und die Gewinne der Energieerzeugung bleiben in den Regionen. Die Konzepte liegen lange auf dem Tisch.  

Vieles bleibt zu besprechen, aber für uns NaturFreunde ist klar: Atomkraft – Schluss jetzt.

 

Rede zum download hier.

Pressemitteilung zur Rede hier.

 

 

 

 
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24.02.2012
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24.02.2012 19:00 - 22:00
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Methodenseminar Projektmanagement

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26.02.2012
Methodenseminar Projektmanagement